FAQ
Die Nutzung der Erdwärme oder Geothermie ist praktisch in allen Tiefen möglich. Falls ein nutzbares Wasserreservoir in grosser Tiefe vorhanden ist, sind die Temperaturen hoch. Entsprechend kann viel Wärme gewonnen werden. Allerdings steigen mit der grösseren Tiefe auch die Risiken und Kosten. Näher an der Obefläche liegende Warmwasser-Reservoire können in der Regel wesentlich günstiger erschlossen werden.
Es gibt keinen Unterschied. Der Begriff «Geothermie» setzt sich aus dem griechischen «geo» (Erde) und «thermos» (warm) zusammen. Mit Erdwärme oder Geothermie sind somit alle Anwendungsarten der Energiegewinnung aus dem Boden gemeint, von den oberflächennahen Erdwärmesonden bis zu Bohrungen in grössere Tiefen.
Zweck der Untergrund-Untersuchung war es, den Aufbau des Bodens unter Magglingen besser zu verstehen. Je grösser das untersuchte Gebiet, desto genauer wird das Abbild des Untergrundes. Daher waren auch Personen betroffen, die nicht in unmittelbarer Nähe von Magglingen wohnen.
Sie zeigen mehrere potenzielle Tiefenwasser-Reservoire in Tiefen zwischen rund 500 bis 2'300 Meter auf. Im Vergleich zum Schweizer Mittelland ist der geologische Untergrund in Magglingen aber besonders komplex. Das Gestein ist in vielen Bereichen stark verfaltet, zerbrochen und versetzt. Die Untersuchungen bilden diesen Untergrund zu wenig detailliert ab – die Unsicherheiten bleiben gross.
Das war der Komplexität des Untergrunds geschuldet. Es brauchte schlichtweg Zeit, um die grossen Mengen an gesammelten Daten sauber auszuwerten und den Untergrund bei Magglingen besser zu verstehen. Selbst nach mehreren Verfahrensschritten bleibt noch vieles unklar.
Der spezielle Untergrund würde insbesondere bei Tiefbohrungen deutlich höhere Bohrkosten verursachen als ursprünglich angenommen. Unter diesen Voraussetzungen ist aus Sicht des BBL eine Weiterverfolgung des Erdwärmeprojekts in grösserer Tiefe nicht mehr vertretbar. Auch eine tiefe Erkundungsbohrung würde sehr viel kosten.
Ja, bei einer weniger tiefen Bohrung fallen die Kosten sowie die Projektrisiken wesentlich tiefer aus. Hingegen ist das nutzbare Wasser weit weniger warm und kann nicht direkt genutzt werden. Eine zentrale Wärmepumpe ist nötig, um das benötigte Temperaturniveau für die Wärmeversorgung des Areals zu erreichen.
Sicher ist: An der Dekarbonisierung des Areals hält das BBL fest. Falls auch die näher an der Oberläche liegenden Potenziale nicht genutzt werden können, kommt eine andere, erneuerbare Energiequelle zum Tragen. So ist beispielsweise die Nutzung der Umweltwärme mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe oder saisonale Energiespeicherung möglich.
Ja, das ist möglich – und auch nötig, bis die definitive Wärmequelle zur Verfügung steht. Ab wann Erdgas und Holzpellets als Hauptwärmelieferanten abgelöst werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Das Provisorium gehört dem BBL und wird nach dem Betrieb als Redundanz in der definitiven Energiezentrale wiederverwendet.
Ja, eine Energiezentrale ist auf jeden Fall für den definitiven Betrieb des Fernwärmenetzes nötig, unabhängig der Wärmequelle, die letztlich verwendet wird.
Je nach Energieträger können Emissionen auftreten. Durch ihre gewählte Lage auf dem Platz vor dem Werkhof ist jedoch sichergestellt, dass die Anwohnenden von ihren Liegenschaften aus nicht beeinträchtigt würden.